Arbeiten in Spanien – Die Vorbereitungen entscheiden

Für viele ist es ein Traum dort zu arbeiten, wo andere Urlaub machen. Und eines der beliebtesten Ziele für Auswanderer ist dabei zweifelsfrei Spanien, das innerhalb Europas schon fast so etwas wie die Auswandererhochburg geworden ist. Doch natürlich packt niemand einfach seine Koffer und reist los, denn um sich einen sicheren Start in Spanien zu ermöglichen, müssen natürlich ein paar Vorraussetzungen gegeben sein. Einer der wichtigsten Punkte davon ist die Arbeit. Daher möchten wir Ihnen ein paar wichtige Infos zum Arbeiten in Spanien mit auf den Weg geben.

Dieser Gastbeitrag ist von Tobias Holzhauser, Betreiber des Online Business Blog

N.I.E. & N.I.F

Grundvoraussetzung für die Arbeit in Spanien ist die N.I.E.-Nummer (Numero de Identidad de Extranjero), die Sozialversicherungsnummer. Sie gilt in Spanien als Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung und wird auch gerne auf Ämtern, bei Banken und andernorts zur Identifikation genutzt.

Autonomo

Die Arbeitsplätze in Spanien sind recht rar, daher ist die Eröffnung eines eigenes Geschäfts eine viel genutze Option. Dies in Spanien allerdings mit monatlichen Kosten von etwa 260 Euro (Autonomo) verbunden ist. Diese werden allerdings nicht grundlos erhoben, sondern sind ein Beitrag der Sozialversicherung, so dass mit diesem Beitrag eine Grundabsicherung für Ärzte und ähnliches gewährleistet ist. Private Krankenversicherungen sind also nicht nötig. Im Fall der Selbstständigkeit wird die N.I.E.-Nummer zur N.I.F. (Numero de Identificacion Fiscal).

Für die Gründung eines eigenen Unternehmens wird in der Regel ein Steuerberater hinzugezogen, was gerade in einem fremden Land natürlich Sinn macht. Diese heißen in Spanien Gestor und erledigen neben der Steuer auch die Anmeldung und andere organisatorische Dinge, was die Umsetzung der eigenen Unternehmung deutlich vereinfacht. Auch wenn in Europa alles getan wird, um rechtliche Standards auf einen Nenner zu bringen, kann die Rechtslage für einen Neuankömmling doch sehr undurchsichtig sein.

 Residencia

Die Residencia  ist das zweite wichtige Dokument, dass in Spanien gebraucht wird. Es hat zwar keine Auswirkungen für die Arbeit oder Verwaltung, bescheinigt allerdings den Status “Residente”, also fest in Spanien ansässig und kein Tourist zu sein. Die Residencia hilft dabei, ein Konto zu eröffnen, an vielen Stellen günstigere Konditionen zu bekommen und ist zwingend erforderlich, um sich selbstständig zu machen.

Das eigene Unternehmen “mitnehmen”?

Die immer besser werdende weltweite Vernetzung ermöglicht es vielen, das eigene Unternehmen quasi mitzunehmen. Um hier einen Knotenpunkt zwischen der neuen und der alten Existenz zu errichten, sind virtuelle Büros oder eine Geschäftsadresse in einem repräsentativen Business Center in Madrid eine perfekte Ausgangsposition. Diese ist ideal geeignet, um dort die bestehenden Geschäftsbeziehungen zu pflegen und neue Kontakte aufzubauen.

 Die spanische Rente

Wer in Spanien arbeitet, zahlt auch in die Sozialversicherungen ein. Natürlich besteht dann nach einem festgelegten Zeitraum ein Anspruch auf Rente. Anders als in Deutschland gilt dies sowohl für Angestellte, als auch für Menschen, die ihre eigene Existenz aufbauen, da für die oben beschriebene Autonomo Sozialversicherungsbeiträge erhoben werden. Ein weiterer Unterschied ist, dass die Selbstständigkeit in Spanien auch dann möglich ist, wenn es dazu noch ein Angestelltenverhältnis gibt. Wird beides zusammen über einen ausreichenden Zeitraum betrieben, so besteht auch ein Anspruch auf zwei Renten.

 Zur Ruhe setzen in Spanien

Viele Menschen träumen auch davon, einfach nur den Ruhestand in der Sonne des Südens zu verbringen. Das Gute dabei ist, dass die Rente natürlich auch uneingeschränkt ausgezahlt wird, wenn sich der Rentenempfänger in Spanien aufhält. Dabei ist es ganz gleich, ob es sich lediglich um eine mehrmonatigen Aufenthalt dreht, da viele Rentner dort überwintern möchten, oder aber komplett nach Spanien gezogen wird. Wichtig ist, dass der Rentenversicherer rechtzeitig über die Pläne informiert werden sollte, um dort Komplikationen zu vermeiden.

Wer komplett nach Spanien geht und sich seine Rente direkt auf ein spanisches Konto überweisen lässt, der muss natürlich auch nur in Spanien seine Steuern zahlen.

Die Konsulate

Um weiterführende Informationen zum Thema und Hilfe Vorort zu bekommen, ist die Deutsche Botschaft in Spanien (sowie alle Konsulate) natürlich die erste Adresse. Dort können Sie sich zu den aktuellen Rechtslagen und eventuell eintretenden Änderungen informieren und erhalten Infobroschüren zu vielen Bereichen. Wer sich gut informiert, der braucht den Schritt in ein anderes Land nicht zu fürchten, und viele haben es bereits geschafft.

 

Bildnachweis: www.flickr.com

5 comments to Arbeiten in Spanien – Die Vorbereitungen entscheiden

  • Wirklich eine sehr gute Zusammenfassung. Wir erleben es leider immer wieder, dass sich viele zu unvorbereitet in das Abenteuer Auswandern stürzen und sich nicht über die rechtlichen Dinge informieren.

    Besten Gruß

    Andi

  • Robert demirovic

    Hallo ich möchte in Spanien selbstständig Sein
    Und möchte in cala ratjada ein stand haben mit deutscher Bratwurst und
    Pommes verkaufen. Bitte schreiben sie mir wie ich das alles Schafen kann danke.

  • Metz

    Moin Moin ,noch aus Hamburg…aus gesundheitlichen Gründen, werde ich nächstes Jahr nach Spanien/Valencia/Xeraco auswandern…ein NIE Nummer habe ich schon, ein Haus wird mir die Monate von meiner Mutter überschrieben (evtl auch später, da die Umschreibungskosten zu Lebzeiten doch eine erhebliche Summe ausmacht-spätestens 4 Jahre nach dem Ableben der Mutter( Eigentümerin) kann zu einem Bruchteil der Summe eine Überschreibung vorgenommen werden ), ich bin seid 9 jahren Erwerbslosenrentner ( jetzt 52 Jahre jung )und werde mit meiner Noch-Freundin dort eine PrivatPflege im Haus aufbauen.
    Inwieweit und was muss ich tum, um uns beide zu versichern, inwieweit ist meine E-rente dienlich oder bereitet Schwierigkeit??bedanke mich sehr für dienlich Tipps-Webseiten V-schläge oder praktische Erfahrungen und Hilfestellungen.
    Adeo und Dank die 2 Metzis

  • Luna

    Hi, ich habe ein Angebot in Gibraltar also Stunde von Spanien bekommen. Die Arbeit wäre sicher und recht gut bezahlt. Aber ich war nie in Spanien und ich weiss nur dass man dabestimmt gut urlaub machen kann. Da ich auch einen sohn im habe, der acht ist habe ich auch verantwortung. Wie ist das so in Spanien? Wo kann man am nähesten zum Gibraltar leben? Sind die Leute nett? Wir sprechen kan Spanisch aber ich finde die sprache sehr schön. Ich wurde denn job für cca 5 Jahren nehmen.

  • evelyn

    Hallo Tobias,

    übrigens ist die Möglichkeit neben einer Festanstellung auch selbständig tätig zu sein, kein Unterschied zu Deutschland wie Du in deinem interessanten Artikel schreibst. Denn genau das mache ich schon seit mehreren
    Jahren in Deutschland. 🙂

    Ich hätte aber mal eine Frage. Und zwar würde ich gerne in Spanien mit Erstwohnsitz leben und freiberuflich weiter für deutsche Auftraggeber arbeiten.
    Leider müsste ich wie ich gelesen habe dann in Spanien versteuern. (Leider schreibe ich deshalb, weil der Steuerfreibetrag in Deutschland deutlich höher ist, und der Einstiegssteuersatz viel niedriger. Entgegen aller Vorurteile, dass die Steuern in Deutschland höher seien.
    Kann jeder gerne mal in den Einkommenssteuerrechnern die es im Netz haufenweise gibt, ausrechnen.)
    Meine Frage ist nun, ob die Sozialabgaben von ca. 29% für Autonomos für meine gesamten Einnahmen gezahlt werden müssen?
    Denn die ca. 260.- von denen so viele schreiben, beziehen sich ja auf ein Minimummonatseinkommen von ca. 890.-.
    Das ist der niedrigstmögliche Betrag der zugrunde gelegt wird.
    Kann ich mir das selbst aussuchen? Oder habe ich das falsch verstanden?

    Gruß Evelyn

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