Strom gehört wohl zu den wichtigsten Installationen in einer Wohnung. Damit es mit der Stromanmeldung auch klappt habe ich Euch hier die wichtigsten Punkte zusammen geschrieben. Durch die Liberalisierung des Strommarktes kann man in Zukunft sicherlich auch mit dem Wechsel des Stomanbieters sparen.
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Um die Liberalisierung des Strommarktes so reibungslos wie möglich zu gestalten wurde von der spanischen Regierung Einheitstarif, bzw. bindender Maximalpreis geschaffen. Diese Einheitstarif, TUR – „Tarifa de Último Recurso“ wird vom spanischen Wirtschaftsministerium (Ministerio de Industria, Turismo y Comercio) reguliert. Der TUR kann als maximaler Preis für den freien Markt gesehen werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass die alternativen Tarife in der Zukunft günstiger sein werden. Die Energieanbieter am freien Markt werben momentan vor allem mit Komi-Paketen (Strom+Gas) welche allerdings nur geringfügig günstiger sind als der TUR für Gas und Strom.
Stromtarife
Jeder Haushalt, welcher zum 1.7.2009 nicht ausdrücklich den Anbieter wechselte, wurde automatisch in diesen Tarif transferiert. Der TUR ist mit einer maximalen Stromgrenze von 10kW verbunden. Wird mehr Strom benötigt so muss ein passender Tarif bei einem Anbieter gesucht werden. In aller Regel sind 10kW für Haushalte jedoch vollkommen ausreichend.
Neben der Einführung des TUR wurde auch ein günstigerer Sozial-Tarif („Tarifa Social“) für einkommensschwache Haushalte angekündigt. Die genauen Bedingungen sind jedoch noch nicht bekannt. Der Stromverbrauch wird jedoch auf maximal 3kW reduziert sein. Kritiker erwarten ein kompliziertes Antragsverfahren und längere Wartezeiten (mehrere Monate).
Strompreis
Im Gegensatz zu Deutschland ist der Strom in Spanien immer noch verhältnismäßig günstig. Während in Deutschland der Endverbraucher im Jahr 2009 für eine Kilowattstunde (Kwh) ca. 20 cent bezahlt, so lag der spanische TUR bei der Einführung am 1. Juli 2009 mit 13,9 cent deutlich darunter (die Mehrwertsteuer jeweils eingeschlossen).
Stromanschluss beantragen
Seit dem 1. Juli 2009 hat man die Qual der Wahl bei der Auswahl des Stromanbieters. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich den Strom vom lokalen Stromnetzbetreiber zu kaufen. Dieser verfügt meistens über ein Netz von Servicetechnikern in der entsprechenden Region. Später kann man den Anbieter immer noch wechseln. Gut zu wissen ist, dass im spanischen Volksmund wird der Stromanschluss „Luz“ – Licht(anschluss) genannt wird.
Es gibt drei Möglichkeiten den Stromanschluss zu beantragen:
- In einer Niederlassung des Stromanbieters
- Auf der Webseite des Stromanbieters
- Über die telefonische Hotline
Eigenheim
Soll das neue Eigenheim mit Strom versorgt werden, so kann man Glück oder Pech haben.
Glück: Der letzte Eigentümer hat den Stromanschluss noch nicht abgemeldet.
Hier ist nur eine Ummeldung des Anschlusses auf den neuen Eigentümer notwendig. Dies sollte kostenlos und innerhalb kurzer Zeit (wenige Tage) realisierbar sein. Die großen Energieversorger bieten ein Online Portal an, in welchem wahlweise, der alte oder der neue Eigentümer bequem die Daten von zu Hause aktualisieren kann.
Pech: Es handelt sich um eine Neuwohnung oder der letzte Eigentümer hat den Strom abgemeldet und damit stillgelegt.
Zur (Re)aktivierung werden folgende Dokumente benötigt:
- “CIE – „Certificado de Instalaciones Eléctricas“. Die elektrische Verkablung Ihrer Immobilie muss durch die einen Elektroinstallateur abgenommen werden. Die Überprüfung und Ausstellung des Zertifikats kostet zwischen 300€ – 500€.
Tipp: Fordern Sie dieses Dokument vom Vorbesitzer oder dem Bauunternehmen ein! Falls diese nicht vorhanden sind, kann man die entstehenden Kosten in die Preisverhandung mit aufnehmen.
- “Documento de Primera Ocupación”. Dieses Dokument wird vom kommunalen Bauamt ausgestellt. Es bestätigt dass das Bauunternehmen die Richtlinien für Planung & Bau, Sicherheit und Gesundheit eingehalten hat. Mit diesem Zertifikat wird die Wohnung als, für Menschen bewohnbar freigegeben. Dieses Zertifikat muss Ihnen das Bauunternehmen spätestens bei der Schlüsselübergabe überreicht haben.
Mietwohnung
In Mietwohnung ist fast immer ein aktiver Stromanschluss vorhanden. Es ist nicht notwendig den Vertrag auf Ihren Namen umzuschreiben. Vielen Anbietern genügt die Abänderung der Bankverbindung. Ausschlaggebend ist in Spanien die Kontonummer. Der Name des Kontoinhabers spielt in der Regel keine Rolle. Der Vermieter sollte sich um die Abänderung der Daten kümmern.
Die erste Rechnung
In der Regel werden die Stromkosten monatlich oder zweimonatlich vom Stromversorger per Einzugsermächtigung vom Konto abgebucht. Spätestens hier wird ein spanisches Konto benötigt! In der Praxis hat es sich bewährt, hin und wieder den Wert des Stromzählers mit der Rechnung zu vergleichen.
Stromausfälle
Leider kommt es bis heute, vor allem in den südlichen Teilen Spaniens noch zu gelegentlichen Stromausfällen. Mögliche Gründe sind Gewitter, Unwetter (z.B. Überschwemmungen in der Provinz Alicante und Valencia) oder einfach die Überlastung der zu schwachen Leitungen im Sommer durch die Klimaanlagen. Die Stromausfälle bewegen sich zwischen wenigen Sekunden und mehreren Stunden.
Spezifikation
In Spanien beträgt die Netzspannung 220 Volt bei 50Hz. Alle Geräte aus Deutschland lassen sich problemlos in Spanien betreiben. Die Steckdosen entsprechen den Deutschen.